Kanuwandern

Was ist Kanuwandern

Wir Kanuwanderer der KGW, dass sind die, die in der Regel ihr Boot nicht allein zum oder aus dem Wasser tragen,
die einen „Einer“ oder „Zweier“ mit Steuer fahren und das Boot nach der Fahrt auf „Böcke“ legen. – Das ist der erste Eindruck - Der zweite, sinnigere, Eindruck ist der, sie treiben auch Sport, und zwar naturverbunden.

Ihr Ziel ist es, sowohl eine Landschaft vom Fluss aus oder von einem See naturnah zu erleben, sich zu erholen, naturverbunden mit ihr umzugehen als auch aktiv Wandersport und auch Leistungssport zu betreiben.
So beteiligen wir Kanuwanderer uns regelmässig an Bezirks- und Verbandsfahrten des Kanuverbandes NRW im DKV und sammeln eine ganze Reihe von Pokalen
 und Punkten.
Dabei verliert die Ruhr nie ihren Reiz. Aber auch Touren auf nahe gelegenen Flüssen, wie Wupper, Niers, Sieg und Lippe sind beliebte Bezirksfahrten. Langjährige Highlights sind die Beteiligung an der Hochwasserrally auf der Aller im zeitigen Frühjahr, an den Fahrten zum Wesermarathon ab Hann-Münden Anfang Mai, an der „Nordsee-Woche“
 vor Norddeich verbunden mit Wettfahrten auf dem Wattenmeer und Wanderfahrten zu den Inseln Norderney, Baltrum und Spiekeroog sowie auch an der „Weserberglandrally“ auf der Weser bei Minden. Eröffnet und beendet wird die Kanuwanderfahrtsaison im März mit dem Anpaddeln und ende September mit dem Abpaddeln entweder auf der Ruhr oder einem benachbarten Fluss.

Naturschutz auf der Ruhr

Nicht nur beim Befahren von Kleinflüssen ist ein behutsamer und schonender Umgang mit der Natur ratsam. Auch unsere in jeder Hinsicht so stark genutzte Ruhr hat ihre Naturschutzgebiete, Laichschutzzonen und empfindlichen Bereiche. Auch wenn wir diese in der Regel kennen – man lernt nie aus.

Zum Thema Naturschutz hatte unser Wanderwart Heinrich Katzmann eine Infomationsrunde für Vereinsmitglieder und Gäste organisiert. Referent Christian Edler vom Wassernetz NRW, einem Zusammenschluss von NABU, BUND und LNU, trug zunächst die Ergebnisse einer interessanten Studie der Uni Münster vor, die sich mit den Reaktionen von Vögeln im und am Wasser auf vorbeifahrende Kanus befasst. Die Verhaltenspalette ist sehr unterschiedlich und reicht von „keiner Reaktion“ über Ausweichen, Drohgebärden bis zur Flucht. Als sensibel gelten vor allem Wintergäste wie Reiherenten, Krick- und Tafelenten. Weniger empfindlich sind der Studie zufolge Vögel, die am Ufer brüten, wie z. B. Teichhühner, Stockenten und Schwäne. Auch der Haubentaucher zählt zu dieser Kategorie. Bei manchen Vogelarten ist eine gewisse Gewöhnung zu beobachten, doch auch dann ist das Risiko erhöht, dass sie ihr Nest nach einer Ausweichreaktion nicht mehr annehmen. Die Reaktionen unterscheiden sich auch nach Alter und Zahl der Tiere.

Wie können wir Paddler diese Informationen nutzen? Abstand halten ist immer gut – vor allem von den im folgenden genannten Biotopen. Sinnvoll ist auch  eine konzentrierte Befahrung eines Gewässerabschnitts: Eine Gruppenfahrt mit 20 Teilnehmern stellt eine geringere Störung dar als 20 Boote im 10-Minuten-Abstand.

Als schützenswerte Bereiche nannte der Referent folgende Stellen der Unteren Ruhr, die nicht alle gleichermaßen gut gekennzeichnet sind:

1 Das rechte Ufer der Ruhrschleife unterhalb der Isenburg. Heckrinder „wachen“ hier über das Uferbetretungsverbot.

2 Das Spillenburger Wehr in Stehle-Horst. Der Stillwasserbereich links vor dem Wehr sollte gemieden werden.

3 Die Heisinger Aue mit Nebenarmen und Inselchen.

4 Der deutlich markierte Heisinger Bogen am Anfang des Baldeneysees auf der rechten Seite.

5 Auch mitten auf dem See sind manchmal Wintergäste anzutreffen.

6 Die Ostspitze der Brehminsel - so klein sie auch ist.

7 Das Laichschutzgebiet in Höhe des Oefter Golfplatzes.

8 Die Kettwiger Ruhraue (linkes Ufer) vor dem Wehr und  die Buhnen mit Stillwasserzonen hinter dem Wehr.

9 In Mülheim das Naturschutzgebiet Saarner Aue (links).

10 Das Florawehr in Mülheim.

11 Das Naturschutzgebiet Styrumer Ruhraue (Altarm am Ruhrpark Alstaden).

12 Die Duisburger Aue rechts vor dem Wehr.

Wichtig blieb am Ende auch die Feststellung, dass für die Ruhr keine Befahrungsbeschränkungen geplant oder angedacht sind. So hat die Unruhe, die   Motorboote, Weiße Flotte, Angler, Ruderer und Spaziergänger ruhrauf-ruhrab mit sich bringen, für uns Paddler wenigstens eine gute Seite: Wir müssen hier keine Einschränkungen fürchten, wie sie an anderen Gewässern schon um sich greifen. Dennoch: Auch wir können einen großen Beitrag zum Schutz der Natur leisten -  vor allem, weil wir besonders nah dran sind.